Buchstaben-Salat-Rezension:
Dies war mein erster Roman von Lynn Flewelling und obwohl die Geschichte in sich
halbwegs abgeschlossen erscheint, bin ich froh, die beiden Folgebände
griffbereit im Regal stehen zu haben. So etwas über ein Buch sagen zu können,
ist bei mir immer schon die halbe Miete, denn es zeigt an, dass mir Setting und
Charaktere gut gefallen haben und ich gerne weitere Abenteuer verfolgen würde.
Außerdem hat Flewelling einige Geheimnisse nicht komplett aufgedeckt, sondern
nur vage Andeutungen gemacht, so dass ich schon neugierig bin, ob sich meine
Vermutungen als richtig erweisen.
Die Geschichte beginnt ohne große Vorreden und
man muss nicht lange warten, bis sowohl Alec als auch Seregil den Weg des Lesers
kreuzen. Weitere sympathische Hauptpersonen folgen später, so dass nicht sofort
alle Charaktere bekannt sind. Flewellings Erzählstil ist interessant, sie
schreibt zwar nicht aus der Ich-Perspektive, konzentriert sich aber oft auf den
Blickwinkel eines der Hauptcharaktere, so dass der Leser immer sehr nah am
spannenden Teil der Handlung dran ist.
"Das Licht in den Schatten" unterscheidet sich
zudem wohltuend von anderen Fantasy-Büchern, da einmal nicht eine große, dunkle
Macht ein Reich bedroht, sondern vielmehr eine Verschwörung im Inneren des
Königreichs Rhíminee von Seregil, Alec und ihren Freunden aufgedeckt werden muss. Es stehen also weniger
Schlachten und Kämpfe auf der Tagesordnung, sondern Schattenspiele und Intrigen.
Wen wundert es da noch, dass Seregil ein Spion und Meisterdieb ist, der seinem
jungen Lehrling die ungewöhnlichsten Fähigkeiten beizubringen versucht...
Alles in allem ein viel versprechender Auftakt,
der eindeutig nach mehr verlangen lässt. Intelligente Fantasy mit einem Schuss
Magie, gerade der richtigen Menge Witz und äußerst ansprechenden Charakteren!