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Jude Fisher


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Der Jahrmarkt der Magier
Sorcery Rising
(2)


Teil 1, Zaubergold
607 Seiten (TB), Verlagsgruppe Randomhouse
Genre: Epische Fantasy

Bewertung (1-10):


 

"The day the Master showed him the world was the day Virelai became a man, which was a dangerous thing indeed, and not at all what the mage had intended."

Inhalt:
Katla Aransen besucht zum ersten Mal den Jahrmarkt von Allfair, wo sich alljährlich die Völker Eldas versammeln und Handel treiben. Moonfell Plain - der Platz, auf dem die Allfair abgehalten wird - ist ein legendärer Ort, an dem es einen heiligen, aber umstrittenen Berg gibt. Die Eyraner nennen ihn Sur's Castle und glauben, dass ihre Götter Mann und Frau als gleichberechtigt ansehen. Doch für die Istrianer heißt der Berg Falla's Rock und ihrem Glauben nach darf keine Frau außer ihrer Göttin ihn betreten.

Katla besucht den Jahrmarkt, da sie eine der besten Schwertschmiede in ganz Eyra ist - und außerdem eine talentierte Felsenkletterin. Sie verfügt über eine angeborene magische Verbundenheit mit bestimmten Naturelementen - Stein und Metall. Die junge Schmiedin ist stolz, ja fast arrogant, rebellisch, eigensinnig und willensstark - und doch naiv, was den religiösen Fanatismus der Istrianer angeht. Heimlich ersteigt sie auf den heiligen Berg und wird dabei von einem istrianischen Älteren beobachtet, der die blasphemische junge Frau für ihr Vergehen mit dem Tode bestrafen will.

Doch weitaus gefährlichere Ereignisse spielen sich auf der Allfair ab. Die Karawane der Freien - magische Nomaden - beherbergt einen mysteriösen Albino, der zwei magische Wesen in seiner Gewalt hält: eine wunderschöne Frau, die ihr Gedächtnis verloren hat und in jedem Mann, der sie erblickt, unstillbares Verlangen erweckt sowie eine schwarze Katze, die den Schlüssel zu unvorstellbaren magischen Geheimnissen darstellt.

Noch bevor die Allfair endet, werden sich Kräfte in Bewegung setzten, die jedes Land, jedes Volk und vielleicht sogar ganz Elda für immer verändern werden...

Buchstaben-Salat-Rezension:
Vor zwanzig Jahren führten die beiden Völker Eldas - die Eyraner aus dem Norden und die Istrianer aus dem Süden - Krieg gegeneinander. Nun treffen sich alljährlich Handwerker und Händler beider Landesteile zu einem friedlichen Jahrmarkt, der Allfair, und bieten ihre Waren feil oder wickeln sonstige Geschäfte ab. Die beiden Völker unterscheiden sich vor allem in Aussehen und Kultur: Die Eyraner erinnern mit ihren blonden Bärten und langen Mähnen unweigerlich an die Wikinger, die Istrianer mit ihrer dunklen Haut und ihren verschleierten, zurückgezogen lebenden Frauen an ein orientalisches Volk.

Inmitten dieses bunten Gewirrs an Menschen unterschiedlicher Herkunft und Motivation, die Allfair zu besuchen, verfolgt der Leser unter anderem das Schicksal zweier Familien - das der Aransens aus dem Norden und das der Vingos aus dem Süden - sowie die Geschicke einiger Einzelpersonen, wie den geheimnisvollen Magier Virelai oder die verführerische Rosa Eldi. Fisher wechselt dabei äußerst geschickt ihre Erzählperspektive - mitten im Absatz nimmt man die Geschehnisse plötzlich aus einer ganz anderen Sicht wahr und kommt so in das Vergnügen, die Motive und Gedanken aller wichtigen Figuren kennen zu lernen. Mir hat diese Technik sehr viel Spaß bereitet, denn so gekonnt habe ich einen Perspektivwechsel noch nirgendwo verfolgen können.

Fisher überzeugt außerdem durch ihren mal feinen, mal derben Sinn für Humor, der gezielte Pointen setzt, wenn die Geschichte einmal etwas trockener zu werden droht. Die Welt, in der ihre durchweg interessanten Figuren leben, beschränkt sich in ihrer Darstellung zwar hauptsächlich (zu ca. zwei Dritteln) auf die Allfair, doch werden die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe der beiden Völker - insbesondere die vollkommen gegensätzlichen Positionen, welche die Frauen inne haben -  durch die Ereignisse auf dem Jahrmarkt recht deutlich.

Die Geschichte beginnt relativ ruhig und erlebt bereits viele Seiten vor ihrem Ende einen rasanten Höhepunkt. Der verhaltene Anfang hat mir sehr gut gefallen, da Fisher hier gekonnt ihre Charaktere in Szene setzt und mit verschiedenen Ereignissen neugierig auf den weiteren Verlauf der Geschichte macht. Nach einem recht furiosen Höhepunkt flacht das Buch gegen Ende allerdings etwas zu sehr ab - meiner Meinung nach hätte der hiernach folgende Teil der Handlung vielleicht besser ins nächste Buch gepasst. Nichtsdestotrotz werden ausreichend Ereignisse aufgelöst, um den Leser befriedigt zurück zu lassen und doch noch so viele Fragen offen gelassen, um ihn neugierig zum nächsten Buch greifen zu lassen.

Zur englischen Ausgabe:
Etwas Übung sollte man schon mitbringen, für einen Einsteiger in das Lesen englischer Bücher sind andere Titel besser geeignet.

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