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Jasper Fforde


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In einem anderen Buch
Lost in a Good Book
(3)


Teil 2, Thursday-Next-Reihe
418 Seiten (TB), dtv
Genre: Funny Krimi

Bewertung (1-10):

"I didn't ask to be a celebrity."

Inhalt:
Spezialagentin Thursday Next wird schwer in die Mangel genommen: Ihre eigene Dienststelle lässt sie beschatten, bei der Mammut-Herbstwanderung fällt ihr ein Oldtimer fast auf den Kopf, ihr Dodo legt in der Küche ein Ei, der eben erst erworbene Ehemann wird von der ChronoGarde genichtet, und obendrein geht am 12. Dezember die Welt unter, wenn sie und ihr ewig zeitreisender Vater nicht herausfinden, warum sich plötzlich alles in rosa Soße verwandelt. Zum Glück findet sie in Miss Havisham eine strenge Lehrerin, die ihr zeigt, wie man sich mithilfe von Jurisfiktion nicht nur aus einem "Prozess" à la Kafka, sondern auch aus einer Waschanleitung für Angorapullover befreit.

Buchstaben-Salat-Rezension:
Nomen est Omen - zumindest, wenn man sich auf den englischen Originaltitel des zweiten Buches in der Thursday-Next-Reihe von Jasper Fforde bezieht. Mit "Lost in a Good Book" lässt sich nämlich der Zustand, in den dieses Buch seine Leser versetzt, meiner Meinung nach äußerst treffend beschreiben. Die Frau mit dem skurrilen Namen und die noch verrücktere Welt, in der sie lebt, haben mir wie schon in Band 1 ein genial-unterhaltsam-witziges Leseerlebnis beschert.

Thursday hat zu Beginn des Buches mit den Folgen ihrer Heldentaten in "Der Fall Jane Eyre" zu kämpfen. Interviewtermine und interessierte Sponsoren halten sie und ihren Frischvermählten vom Turteln ab. Wie winzig erscheinen diese Probleme jedoch gegen den furchtbaren Einschnitt, der sich durch die Machenschaften der berüchtigten ChronoGarde ereignet. Mal ganz abgesehen vom kurz bevorstehenden Weltuntergang. Zum Glück steht Thursday nicht vollkommen alleine da im Kampf um ihr privates Glück und das Fortbestehen der gesamten Menschheit. Ihre Fähigkeit, in Bücher "springen" zu können, hat sich im ersten Band bereits angedeutet und wird nun mit Hilfe von Miss Havisham zur Perfektion gebracht.

Thursdays Lehrmeisterin - die alte Jungfer aus Charles Dickens "Große Erwartungen" - ist vordergründig ein alter, verbitterter Drachen, doch man merkt schnell, dass sich hinter der harten Schale ein interessanter Kern versteckt, was sich nicht nur in ihrer Vorliebe für schnelle Autos äußert. Mit ihrer Hilfe öffnen sich für Thursday vollkommen neue Möglichkeiten, der ChronoGarde ein Schnippchen zu schlagen - aber auch literarische Unregelmäßigkeiten, die sie sich nicht hätte träumen lassen und die es nun zu bekämpfen gilt.

An diesem kurzen Einblick in die Geschehnisse des zweiten Bandes sieht man deutlich, dass Fforde seiner Linie treu geblieben ist und seinen Lesern in locker-flockigem Schreibstil absolut glaubwürdige Unglaubwürdigheiten auftischt. Dieses Buch ist nichts für Realisten, sondern für Träumer, Phantasten und Literaturliebhaber - aber wer sich nach Band 1 auch für Band 2 interessiert, weiß sicherlich, was ich meine. Einen Punkt Abzug gibt es in meiner Bewertung lediglich für den Schluss, der doch äußerst offen und fast ein wenig unbefriedigend gestaltet ist.

Zur englischen Ausgabe:
Der hohe Anteil an englischen Wortwitzen stellt den Leser vor eine ziemliche Herausforderung. Allerdings hilft der Index auf der Homepage des Autoren wirklich weiter und vermag so manche Lücke zu schließen.
 

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