Buchstaben-Salat-Rezension:
Nomen est Omen -
zumindest, wenn man sich auf den englischen Originaltitel des
zweiten Buches in der Thursday-Next-Reihe von Jasper Fforde bezieht.
Mit "Lost in a Good Book" lässt sich nämlich der Zustand, in den
dieses Buch seine Leser versetzt, meiner Meinung nach äußerst
treffend beschreiben. Die Frau mit dem skurrilen Namen und die noch
verrücktere Welt, in der sie lebt, haben mir wie schon in Band 1 ein
genial-unterhaltsam-witziges Leseerlebnis beschert.
Thursday hat zu Beginn des Buches mit
den Folgen ihrer Heldentaten in "Der
Fall Jane Eyre" zu kämpfen. Interviewtermine und interessierte
Sponsoren halten sie und ihren Frischvermählten vom Turteln ab. Wie
winzig erscheinen diese Probleme jedoch gegen den furchtbaren
Einschnitt, der sich durch die Machenschaften der berüchtigten
ChronoGarde ereignet. Mal ganz abgesehen vom kurz bevorstehenden
Weltuntergang. Zum Glück steht Thursday nicht vollkommen alleine da
im Kampf um ihr privates Glück und das Fortbestehen der gesamten
Menschheit. Ihre Fähigkeit, in Bücher "springen" zu können, hat sich
im ersten Band bereits angedeutet und wird nun mit Hilfe von Miss
Havisham zur Perfektion gebracht.
Thursdays Lehrmeisterin - die alte
Jungfer aus Charles Dickens "Große Erwartungen" - ist vordergründig
ein alter, verbitterter Drachen, doch man merkt schnell, dass sich
hinter der harten Schale ein interessanter Kern versteckt, was sich
nicht nur in ihrer Vorliebe für schnelle Autos äußert. Mit ihrer
Hilfe öffnen sich für Thursday vollkommen neue Möglichkeiten, der
ChronoGarde ein Schnippchen zu schlagen - aber auch literarische
Unregelmäßigkeiten, die sie sich nicht hätte träumen lassen und die
es nun zu bekämpfen gilt.
An diesem kurzen Einblick in die
Geschehnisse des zweiten Bandes sieht man deutlich, dass Fforde
seiner Linie treu geblieben ist und seinen Lesern in
locker-flockigem Schreibstil absolut glaubwürdige
Unglaubwürdigheiten auftischt. Dieses Buch ist nichts für Realisten,
sondern für Träumer, Phantasten und Literaturliebhaber - aber wer
sich nach Band 1 auch für Band 2 interessiert, weiß sicherlich, was
ich meine. Einen Punkt Abzug gibt es in meiner Bewertung lediglich
für den Schluss, der doch äußerst offen und fast ein wenig
unbefriedigend gestaltet ist.