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David Feintuch


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Sternenkadett Nick Seafort
Midshipman's Hope


Teil 1, Nick-Seafort-Reihe
540 Seiten (TB), Lübbe-Verlag
Genre:
Science-Fiction

Bewertung (1-10):

"«Achtung» brüllte ich, aber es war zu spät. Gerade als Alexi und Sandy Haltung annahmen, kamen die beiden Seniorleutnants der Hibernia um die Ecke spaziert."

Inhalt:
Für Nick Seafort, Fähnrich auf dem Sternenkreuzer Hibernia, wird die erste Reise zu einem Fiasko. Nicht nur, dass er Schwierigkeiten hat, seine Autorität gegenüber anderen Kadetten durchzusetzen, die ihm direkt unterstellt sind. Bei einem Shuttle-Unglück verlieren auch noch alle ranghöheren Offiziere ihr Leben. Plötzlich muss Nick das Kommando über die Hibernia übernehmen - ausgerechnet in einer kritischen Situation...

Buchstaben-Salat-Rezension:
Für den jungen Oberfähnrich Nick Seafort ist seine erste interstellare Reise mehr als eine Bewährungsprobe, denn aufgrund widrigster Umstände landet er im Kommandosessel des Kapitäns. Alle ranghöheren Offiziere sind umgekommen und so muss Nick mit gerade mal 17 Jahren die Verantwortung für Schiff, Besatzung und Passagiere übernehmen. Die Monate dauernde Reise wird zudem von etlichen Zwischenfällen gestört, die Nick klar machen, dass sein neuer Posten Macht, aber vor allem Einsamkeit und Pflichterfüllung bedeutet.

Die Geschichte - Auftakt zu einer längeren Reihe - über den blutjungen Fähnrich, der aufgrund der Verkettung unglücklicher Umstände zum Schiffskapitän wird, wird aus der Ich-Perspektive, also aus Nicks Blickwinkel erzählt. Der junge Mann wird bereits zu seinen Zeiten als Oberfähnrich (der Buchtitel ist irritierend, Nick ist über den Rang des Kadetten längst heraus) von Selbstzweifeln geplagt, im späteren Verlauf der Geschichte fast zerfressen. Das mag den einen Leser nerven, mir hat es aber einen sehr menschlichen Jungen näher gebracht, der in seiner neuen Verantwortung nicht Glanz und Gloria sieht, sondern Pflicht und Ehre. Mit keiner seiner Entscheidungen tut er sich leicht, quält sich mit wochenlangen Überlegungen und so sind seine teilweise unbegründeten Grausamkeiten und Entgleisungen nachzuvollziehen.

Nicht nur der Charakter Nick Seafort macht dieses Buch zur spannenden Lektüre, sondern auch die vielen Figuren, die ihn umgeben. Nicks Beziehung zu seinen ehemaligen Ranggenossen ist wesentlicher Bestandteil der Handlung und macht deutlich, wie einsam der höchste Posten an Bord eines Sternenschiffes sein kann. Doch ab und zu bricht auch der Junge in Nick durch und verdrängt für kurze Zeit den bitteren Kapitän - solche Lichtblicke gehören zu den Höhepunkten des Buches. Gegen Ende überschlägt sich die Handlung ein wenig und ich hatte den Eindruck, es wird schnell noch eine Basis für die nächsten Bücher geschaffen. Dies machte zwar neugierig, war mir aber zu hastig abgehandelt.

Ansonsten ist das Buch natürlich von der militärischen Struktur eines Raumschiffes geprägt, in dem Macht und Positionen eine wesentliche Rolle spielen. Auch die Gesellschaft, in der Nick und seine Kumpanen leben, ist äußerst interessant konstruiert: Religion spielt eine große Rolle und vieles im Leben der Menschen ist staatlich reguliert. Einige Bereiche sind streng überwacht und eingeschränkt, während andere wiederum erstaunlich liberal gehandhabt werden. Dies hat natürlich Einfluss auf das Leben der Figuren und prägt ihre moralischen Werte. Man merkt diesem ersten Band stark an, dass hier die Grundlage gelegt wird für eine weiterführende Geschichte und ich hoffe, dass die Welt, in der Nick lebt, in den nächsten Bänden noch weiter vorgestellt wird.

Fazit: Packendes Weltraumabenteuer mit einem Helden, der diesen Titel für sich sicherlich nicht in Anspruch nehmen würde. Militärisch geprägt, aber mit vielen menschlichen Aspekten.

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