Buchstaben-Salat-Rezension:
Es gibt Bücher, bei denen ich schon nach zweihundert Seiten nervös werde und mir
die Folgebände (sofern es sich um eine Reihe handelt) zulegen muss, damit ich am
Ende des Buches nicht ohne Nachschub dastehe. King's Dragon (in der deutschen
Übersetzung "Erben der Nacht" und "Im Namen des Königs") ist solch ein Fall,
denn das Buch hat mich von Anfang an begeistert.
Dabei ist die Geschichte nicht sonderlich
einfallsreich oder wartet mit irgendwelchen raffinierten Plots auf - erzählt
wird wieder mal der Kampf Gut gegen Böse, das Schicksal einzelner Figuren und
diverse Intrigen in einem Königreich. Doch die Art, wie Kate Elliott dies
umsetzt, fesselt und macht neugierig auf das große Ganze.
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zunächst
Liath und Alain, die beide in die Geschehnisse des Königreichs Wendar und Varre
hineingezogen werden, beide in jeweils feindlichen Lagern. Abwechselnd wird
erzählt, wie es den beiden jungen Menschen ergeht und ihre Erlebnisse sind
durchweg spannend und interessant. Die Welt, in der Liath und Alain ihre
Abenteuer erleben, ist von der Institution Kirche stark geprägt, aber auch Magie
kommt in ihr vor - teilweise von der Kirche geduldet. Das religiöse System
erinnert sehr an die katholische Kirche und der Glaube spielt eine große Rolle
für die Menschen dieser Welt.
Das Buch - ich beziehe mich
hier auf die englische Originalausgabe, die deutsche Übersetzung splittet es
leider in zwei Teile auf - endet zwar mit einem Cliffhanger, konnte aber soweit
alle wichtigen Handlungsfäden wenn nicht beenden, so doch zu einem vorläufigen
befriedigenden Ende führen. Dennoch wird hier nur der Grundstein für eine groß
angelegte Geschichte gesetzt, denn das Königreich steckt im Chaos und wird neben
einer Rebellion in den eigenen Reihen vor allem von den nicht-menschlichen Eika
bedroht.
Ich bin
gespannt, wie Elliott den Faden weiter spinnen wird - bisher hat sie mich
neugierig gemacht und dies vor allem durch ihre spannende Erzählweise und
sympathischen Charaktere. Das einzige, was man dem Buch vielleicht vorwerfen
könnte, wäre, dass seine Figuren bisher allzu schwarz-weiß gezeichnet sind - wer
gut ist, ist dies durch und durch und wer böse ist, halt ebenso...