Buchstaben-Salat-Rezension:
Die Fortsetzung der Sternenkrone (Teil 3 und 4 im Deutschen, Teil 2 im
Englischen) steht dem Anfang in nichts nach. Kurze Zeit nach der Konfrontation
zwischen König Henry und seiner rebellischen Schwester Sabella sind noch längst
nicht alle Konflikte im Königreich Wendar und Varre bereinigt. Das feindliche
Volk der Eika mit ihrem Anführer Bloodheart hält noch immer die Stadt Gent
besetzt - wo Sanglant, der Bastardsohn des Königs, eine grausame Gefangenschaft
erdulden muss. Niemand weiß, dass er nicht bei der Verteidigung der Stadt
gefallen ist und so muss er ausharren, bis der König endlich versucht, die Stadt
zu befreien. Dem stehen jedoch der Winter und allerlei Querelen der Adeligen im
Wege...
Wie auch im
ersten Band geizt Elliott nicht damit, diverse Handlungsstränge nebeneinander
laufen zu lassen. Insgesamt sind es rund zehn Stück, von denen allerdings die
Hälfte wirklich spannend zu lesen ist und welche die Handlung auch spürbar voran
treiben. Bei anderen wiederum konnte ich die Bedeutung für die Geschichte noch
nicht wirklich erkennen, hoffe und vermute aber, dass die Figuren darin später
noch an Bedeutung gewinnen werden.
Im Gegensatz zum Beginn der Geschichte arbeitet
die Fortsetzung stark auf ein furioses Finale hin und das Spannungslevel ist
nicht wie in
Erben der Nacht und
Im Namen des Königs (King's Dragon) fast gleich bleibend hoch, sondern
ansteigend. Der Blick auf die Schicksale der Hauptfiguren - allen voran Liath,
Alain und Sanglant - wird vertieft und einige wichtige Figuren, die sich bisher
noch nicht begegnet waren, treffen nun aufeinander. Alles in allem habe ich
dieses Buch als runder empfunden, wenn es auch nicht auf so gleich bleibend
spannendem Niveau geschrieben wurde, wie der Vorgänger. Vor allem Liath habe ich ins Herz
geschlossen, die endlich etwas von ihrem Misstrauen verloren hat und sich
zumindest einigen ihrer Mitmenschen mehr öffnet.
Das Ende des Buches ist, wie schon erwähnt, sehr
spannend und löst einige Handlungsfäden auf. Dennoch bleiben genügend
Fragestellungen offen bzw. entstehen sogleich neue Konstellationen, so dass man
direkt zur Fortsetzung greifen möchte (was ich auch getan habe). Mit
Sternenkrone hat Kate Elliott meiner Meinung nach eine komplexe, schön
ausgearbeitete Welt geschaffen, in der sich bisher so viele Figuren tummeln,
Schicksale ereignen und Konflikte brodeln, dass ich äußerst gespannt bin, wie
sie den Faden weiter spinnt und ob es ihr gelingt, dies alles zu einem
befriedigenden Ende zu führen.