Buchstaben-Salat-Rezension:
Vergebliche Entwarnung ist ein typischer (früher!) Cornwell: Spannend, mit einer
ordentlichen Portion pathologischem Grusel und dem üblichen
Scarpetta-Marino-Geplänkel versehen. Nichte Lucy nimmt einen immer größeren
Stellenwert in der Reihe ein und sorgt dafür, dass die moderne
Computerkommunikation Einzug in die Welt ihrer Tante hält. Da ich schon immer
eine Vorliebe für Thriller hatte, in denen das so genannte Blaue Nichts (Blue
Nowhere) eine Rolle spielte, konnte mir dies nur Recht sein.
Allerdings ist auch der vierte Teil der Reihe
nicht frei von dem, was ich den meisten der Scarpetta-Büchern vorwerfe: Das Ende
ist zwar spannend, aber unoriginell. Wieso muss immer Scarpetta selbst oder auch
eine ihr nahe stehende Person ins Visier des Killers geraten? Damit ist das
Happy-End doch vorprogrammiert und wenig Raum für einen Schluss gegeben, der
mehr ist, als der üblich 0815-Einheitsbrei.
Alles in allem bietet "Vergeblich Entwarnung" -
wie auch die meisten Teile der Scarpetta-Reihe - das übliche hohe Maß an
Spannung, aber eben auch das übliche niedrige Maß an Überraschungsmomenten.