Buchstaben-Salat-Rezension:
Zum sechsten Mal ermittelt die Gerichtsmedizinerin Kay Scarpetta und
so langsam kann sich die Liste der Serienmörder, mit der sie bisher
konfrontiert wurde, sehen lassen. Temple Gault gehört zu der
besonders unangenehmen Sorte und das nicht nur, weil er Kay das
Weihnachtsfest versaut. Auch Nichte Lucy - mittlerweile Praktikantin
beim FBI - und der griesgrämige Polizist Marino sind wieder mit von
der Partie.
Scarpetta ist eine richtige
Karrierefrau: Pflichtbewusst, ehrgeizig und rund um die Uhr im
Einsatz. Doch was sie mir sympathisch macht ist weniger ihr Fleiß,
als vielmehr ihr Einsatz für die Menschen, die sich selbst nicht
mehr helfen können. So auch die Tote ohne Namen, deren nackte Leiche
kurz nach Weihnachten im New Yorker Central Park gefunden wird. Dem
Mörder ist die Polizei schon bald auf der Spur, doch Scarpetta ruft
immer wieder die von ihr "Jane" getaufte Unbekannte in Erinnerung
und setzt alle Hebel in Bewegung, damit diese nicht in einem
namenlosen Grab beerdigt werden muss.
Was ein wenig nervt - und was ich
wohl bei jedem Scarpetta-Roman bemäkele - ist das typische Ende
Marke Patricia Cornwell: Wie immer steht Scarpetta im Visier des
Bösewichts, wie immer kommt es zum finalen Showdown und wie immer
überlebt sie. Denn ansonsten gäbe es ja keine Fortsetzung, oder? ;)
Alles in allem ist "Die Tote ohne
Namen" einer der spannenderen Romane der Reihe, was zum einen am
(trotz Strickmuster) spannenden Finale und zum anderen am Rückgriff
auf einen früheren Fall liegt.