Buchstaben-Salat-Rezension:
Eigentlich ist das gesamte Buch eine einzige, lange Einleitung zu einer größeren
Geschichte. Was in anderen Fantasy-Büchern - besonders denen, die zur
klassischen Gattung der Wanderfantasy gehören - innerhalb weniger Kapitel
abgehandelt wird, kommt bei Clemens wirklich nicht zu kurz.
Die Gefährten der jungen, gerade zur Hexe
erwachten Elena sind zahlreich und allesamt interessante Wesen. Ob Bergkrieger,
Waldnymphe, einarmiger jahrhundertealter Schwertkämpfer, Gestaltwandler, Troll
oder weißhaariger Elf - sie alle haben eines gemeinsam, denn sie sind
Ausgestoßene ihres Volkes (daher auch der Originaluntertitel The Banned and
the Banished) und auf einer Mission. Ihre jeweiligen Wege finden
schließlich zueinander und sie scharen sich um das junge Mädchen, das wohl die
letzte Trägerin guter Magie in Alasea ist, einem Land, das unter der Herrschaft
der bösen Gul'gotha steht.
Klar, die Geschichte trägt nicht viel Neues in
sich - der altbekannte Kampf Gut gegen Böse, eine Reihe von Gefährten
unterschiedlicher Rassen und viel Magie... Aber warum eine bewährte Rezeptur
ändern, wenn man sie mit viel Spannung und interessanten Einzelschicksalen
gespickt erneut schmackhaft zubereiten kann? Denn genau dies tut Clemens im ersten Buch
der fünfteiligen Reihe und schafft damit zumindest eine gute Grundlage für
weitere spannende Geschehnisse.
Für meinen Geschmack wurde nur
ein wenig zu viel Blut vergossen und was die junge Elena in den nur zwei Tagen
erzählter Handlung alles erleiden muss - etwas weniger Dramatik und Horror
hätten dem Buch bestimmt nicht geschadet. Gut gefallen haben mir aber die
Grundpfeiler der Geschichte, die nicht nur in der Hauptfigur Elena liegen:
Eigentlich jeder ihrer Gefährten hat eigene Motive, sie zu begleiten und nicht
jeder scheint zu sein, wie er sich nach außen hin gibt. Grund genug für mich,
neugierig auf den eigentlichen Start der Geschichte zu sein...