Buchstaben-Salat-Rezension:
Wer die Jack-Reacher-Romane von Lee Child bereits kennt, weiß, dass diese eine
gehörige Portion Action und Blutvergießen enthalten und nichts und niemand den
Superhelden Reacher stoppen kann. Im Prinzip ist es mit "Sein wahres Gesicht"
nicht anders, doch spürt man einen Veränderung im einsamen Helden der
Landstraße, der plötzlich mit einer alten und unerfüllten Liebe konfrontiert
wird. Na klar, das hält wieder höchstens bis zum Ende des Buches, mag der
routinierte Child-Leser denken, doch irgendwie hat er sich weiter entwickelt,
unser scheinbar unfehlbarer Held.
Und so verlässt der dritte Reacher-Roman zwar
nicht komplett die bewährten Pfade, macht aber einen viel versprechenden Anfang
und ermöglicht einen Einblick in die Vergangenheit des Ex-Militärpolizisten, der
plötzlich nicht mehr nur die Verantwortung für sich alleine, sondern für eine
zweite Person tragen muss - und die wird, wie sollte es anders sein, von
Bösewichten bedroht. Allen voran der unheimliche "Hook" Hobie mit der
Vietnam-Vergangenheit, die ihn mehr gekostet hat, als nur seinen Arm.
Fazit: Ein Buch mit einem
stellenweise verworrenen Plot, der sich erst nach und nach entwirren lässt. Dazu
ein Schuss Vietnam-Tragik, die relativ wenig zur Originalität der Geschichte
beizutragen vermag - irgendwo hat man so etwas ähnlich doch schon gelesen... Der
Schurke wirkt mit seiner körperlichen Hässlichkeit etwas überzeichnet, seine
relativ tölpelhaft agierenden Kompagnons ein wenig zu klischeehaft. Aber trotz
allem ist "Sein wahres Gesicht" ein spannender Thriller, der allerdings nicht
ganz an den zweiten Teil "Ausgeliefert" heranreichen kann.