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Jacqueline Carey


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Kushiel's Dart (2)



Teil 1, Kushiel-Trilogie / Die Auserwählte
816 Seiten (TB), Tor Books
Genre: Epische Fantasy

Bewertung (1-10):

 

"Lest anyone suppose that I am a cuckoo's child, got on the wrong side of the blanket by lusty peasant stock and sold into indenture in a shortfallen season, I may say that I am House-born and reared in the Night Court proper, for all the good it did me."

Inhalt:
Der Heilige Elua, Sohn von Yeshua ben Yosef und Magdalena, und eine Schar abtrünniger Engel haben auf ihrer Pilgerfahrt großzügig den göttlichen Samen vergossen - daraus hervorgegangen ist das Volk von Terre D'Ange, über alle Maßen schön von Angesicht. Auch heute noch beherzigen die D'Angelines Eluas erstes Gebot: "Liebe, wie es Dir gefällt."
Eine dieser Engels-Nachfahren ist die junge Phèdre, die von ihrer Mutter schon als Kind an das Nachtpalais verkauft wurde, wo die Prostitution zur höchsten Kunst erhoben ist.

Phèdres Schönheit wird allerdings von einem Makel getrübt: In einem ihrer Augen zeichnet sich ein blutroter Splitter ab, das Zeichen des Engels Kushiel. Nur wenige kennen dessen wahre Bedeutung - Phèdre ist eine "Anguisette", sie erfährt Lust nur in Form von Schmerz. Der geheimnisumwobene Adlige Anafiel Delaunay erwirbt das intelligente Mädchen, lässt ihr eine umfassende Ausbildung angedeihen und macht sie so zu einem machtvollen Werkzeug, mit dem er seine Feinde ausspioniert und seine undurchsichtigen Intrigen vorantreibt...

Buchstaben-Salat-Rezension:
Für dieses Buch braucht man Durchhaltevermögen - und zwar am Anfang eine Menge davon - doch die Belohnung in Form einer emotional ausgefeilten und überaus spannenden Geschichte vor einem ausgeklügelten Setting lohnen den Aufwand unbedingt. Doch bevor die eigentliche Geschichte durch einen wahren Paukenschlag ausgelöst, nimmt sich Carey viel Zeit, um kulturelle Hintergründe und vor allem gesellschaftliche Verwicklungen vor ihren Lesern auszubreiten. Ebenso wie das Mädchen Phèdre in ihre Aufgabe hineinwächst und ihre ganz speziellen Gaben für sich entdeckt, entdeckt auch der Leser nach und nach die komplexe Welt von Terre d'Ange.

Ein Blick auf die Karte genügt, um dem Leser zu verraten, dass die Geschichte in einer an das spätmittelalterliche Europa erinnernden Welt spielt. Nichts Ungewöhnliches also - das tritt erst zu Tage, als Phèdre und ihrem Vormund bzw. Lehrer Anafiel Delaunay klar wird, dass das hübsche Mädchen eine Anguisette ist - und damit einzigartig in ihrer Generation. Und so wird aus Phèdre nicht, wie ihr ursprünglich zugedacht, eine einfache Konkubine, sondern eine Konkubine mit speziellen Eigenschaften. Hiermit ist nicht nur Phèdres ungewöhnliche Anlage, durch Schmerzen Lust empfinden zu können, gemeint, sondern auch Fähigkeiten, die man nicht unbedingt bei einer Dame ihres Metiers vermuten würde. Phèdre spricht nicht nur diverse Sprachen, sondern besitzt eine ausgezeichnet geschulte Beobachtungsgabe und vermag die komplizierten politischen Verwicklungen des Reiches zu durchschauen. Solchermaßen ausgestattet spendet sie nicht nur ihren "Freiern" Vergnügen, sondern liefert dem geheimnisvollen Delaunay wertvolle Informationen.

So raffiniert Carey auch den Grundstein für ihre Geschichte legt, so wenig merkt man dies dem Buch auf den ersten hundert Seiten an. Nur wer durchhält wird mit mitreißenden Szenen, packenden Kämpfen und überraschenden Wendungen belohnt. Und für das Schreiben herzzerreißender Szenen scheint Carey ein besonderes Talent zu haben... Insgesamt ist der erste Teil der Kushiel-Reihe ein ungewöhnliches Buch, das aufgrund der speziellen sexuellen Vorlieben seiner Protagonistin nicht jedem Leser gefallen wird. Das angesprochene Thema ist pikant, wird jedoch meiner Meinung nach von Carey angemessen verarbeitet und geht glatt in der reich gewobenen Geschichte auf.

Zur englischen Ausgabe:
Mittelschweres sprachliches Niveau.

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