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Das letzte Geheimnis
The Rule for Four




441 Seiten (TB), Lübbe Verlag
Genre: Krimi

Besucherrezi
vorhanden

"Wie wohl viele von uns hat mein Vater Zeit seines Lebens versucht, eine Geschichte zusammenzutragen, die er niemals verstehen würde."

Inhalt:
Kann ein Buch lebensgefährlich sein? Schon vor 500 Jahren starben die ersten Menschen bei dem Versuch, die Hypnerotomania Poliphili zu entschlüsseln. Nun geraten vier Studenten aus Princeton in den Bannkreis dieser rätselhaften Schrift aus der Renaissance, die ein sensationelles Geheimnis enthält. Ein lebensgefährliches Geheimnis. Das letzte Geheimnis. Denn plötzlich geschehen Morde auf dem Campus …

3-Minuten-Rezension von Illy, 15. März 2005
Rezensiert wurde die Hardcover-Ausgabe.
Aufmachung: Robuste Bindung, starker Buchrücken. Dieses Buch hält etwas aus und taugt zu mehrfachem Lesen. Normales Papier. Durchschnittliche Papierstärke. Das Cover ist ein Blickfang. Normales Schriftbild. Weder zu kleine, noch zu große Schriftgröße. Sehr schöner Umschlag, auf den matten Untergrund sind in glänzend lateinische Wörter aufgedruckt, die man nur sieht, wenn man das Cover schräg gegen das Licht hält.
Passt Cover zum Inhalt: Ja
Erzählperspektive: Ich-Perspektive, erlebend (der Ich-Erzähler erlebt die Geschichte) Ich-Perspektive, erzählend (der Ich-Erzähler erzählt die Geschichte im Rückblick).
Einstieg in die Geschichte: Geheimnisvoll. Reizt zum Weiterlesen.
Plot: Durchschnitt. Weder neu noch alt.
Figuren: Unauffällig und normal. Düster und deprimierend. Die beiden Haupt-Protagonisten sind teilweise so fanatisch in ihrem Forscherdrang, dass es für mich nicht nachvollziehbar ist. Leider wurde ich mit keiner Figur richtig warm.
Setting: Realistisch und lebensecht. Man kann sich alles sehr gut vorstellen. Sehr schöne Darstellung der College-Atmosphäre.
Lesefluss: Schwer. Das behandelte Thema ist komplex und daher ist das Buch anstrengend zu lesen. Locker. Die Geschichte lässt sich leicht lesen. Achterbahn. Stetiger Wechsel zwischen spannenden und ruhigen Phasen. In das eigentliche Geschehen werden immer wieder Rückblicke eingeflochten. Während das eigentliche Geschehen locker beschrieben ist, sind die Forschungen der Studenten eher komplex.
Sprache: Eher unauffällig. Fällt weder positiv noch negativ auf. Eher komplex.
Zusatzmaterial: Abbildungen / Grafiken. Die im Buch erklärten/benutzten Holzschnitte sind auch abgebildet.
Stärken: Aufmachung. Vielzahl an Wissen, was indirekt vermittelt wird.
Schwächen: Charakterzeichnung.
Fazit: Die Doppeldeutigkeit des sehr treffenden Originaltitels bemerkt man erst spät im Buch. Es geht um 4 Studenten, von denen einer entschlossen ist, das Geheimnis um ein 500 Jahre altes Buch zu entschlüsseln. Es geht um tödliche Konkurrenz unter Forschern und darum, ob Freundschaft und Liebe wichtiger sind als wissenschaftliche Besessenheit.

Ein komplexes Buch, dass nicht zum mitraten einlädt. Die Autoren werfen mit Assoziationen um sich, die niemand, der nicht mindestens Geschichtsprofessor für die italienische Renaissance ist, nachvollziehen kann. Insofern erinnert mich der Roman etwas an Umberto Eco. Das Campusleben erinnert an die "geheime Geschichte" von Donna Tartt. Der auf dem Cover abgedruckte Vergleich mit Dan Brown ist etwas weiter hergeholt und dient wohl eher als Marketingstrategie. Die meisten Brown-Begeisterten dürften von diesem Buch enttäuscht sein, geht es doch nicht so sehr darum ein Geheimnis zu lösen (wenn die Protagonisten wochenlang Bücher wälzen, bis sie die Lösung zu einem Rätsel finden, kann man ihren Lösungsweg wohl kaum in 3 Zeilen nachvollziehen bzw. Ihnen zuvorkommen).

Das Thema des Buches ist vielmehr die Bedeutung der Freundschaft und warnt vor der Liebe zu Dingen statt zu Menschen. Eines schönes Buch, ein interessantes und teilweise faszinierendes Buch, allerdings kein wirklich spannendes Buch.

 

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