Buchstaben-Salat-Rezension:
Nachdem ich von Dan Brown bereits
Illuminati und
Sakrileg gelesen habe, bin ich von Digital Fortress einerseits enttäuscht,
andererseits überrascht.
Zunächst zur Enttäuschung, denn die zu erklären
dauert etwas länger: Unangenehm aufgestoßen sind mir zum Beispiel die in bester
James-Patterson-Manier extrem kurz gehaltenen Kapitel; der Rekord lag dabei bei
einer halben Seite. Nicht nachzuvollziehen, da das anschließende Kapitel des
Öfteren in derselben Situation verweilte und ihm noch nicht einmal ein
Cliffhanger voraus ging. Wozu nicht einfach weiter schreiben?
Und apropos Cliffhanger: In
den beiden o.g. anderen Büchern Browns sind diese auch nicht eben selten gesät,
aber in Digital Fortress wird beinahe jedes Kapitel - und wir erinnern uns, die
sind sehr kurz - von einem solchen abgeschlossen. Besonders beliebt waren dabei
Phrasen wie "Across the street [...] a man followed just out of sight." oder "Neither
he nor Susan heard the faint footsteps [...]" etc. Selbst der unaufmerksamste
Leser merkt spätestens nach dem dritten Hinweis, dass da wer verfolgt
wird, aber Brown reichen dezente Hinweise leider nicht und so nervten (zumindest
mich) diese Andeutungen enorm.
Zu erwähnen wäre auch der etwas langsame Einstieg
in die Geschichte. Meiner Meinung nach gibt Brown dem Leser hier etwas zu viele
Informationen, die er für das Verstehen der Geschichte eigentlich gar nicht
braucht und die ihn nur ungeduldig machen, da er ja sicherlich endlich wissen
möchte, worum es im Buch überhaupt geht. Diese Hintergrundinformationen (z.B.
die Kennenlerngeschichte zwischen Susan und David) hätte man kürzen oder erst
nach und nach einbauen können. Vermisst habe ich auch die Möglichkeit,
miträtseln zu können, dies war in Illuminati und vor allem Sakrileg weitaus
besser möglich.
Alles in
allem aber muss man beim Lesen von Digital Fortress und allen Vergleichen zu
später erschienenen Büchern unbedingt bedenken, dass dies sein Erstling war und
Illuminati und Sakrileg im Gegensatz dazu doch eine enorme Weiterentwicklung
darstellen. Daher bin ich auch überrascht, wie sehr sich Brown nach dieser eher
"lahmen" Geschichte mit etlichen Vorhersehbarkeiten, Spannungsabfällen und
Konstruktionsschwächen bei seinen Folgebüchern verbessert hat.