Buchstaben-Salat-Rezension:
Karigan, eine junge Kaufmannstochter, ist der Schule verwiesen worden und
kurzerhand davon gelaufen. Unterwegs trifft sie auf einen sterbenden Grünen
Reiter - einen Boten des Königs - der ihr das Versprechen abringt, dem Herrscher
eine wichtige Botschaft zu überbringen. Kaum ist Karigan unterwegs, gerät sie
von einer Gefahr in die nächste.
Von Beginn an konnte mich "Grüner Reiter" nicht
so recht fesseln, die junge Karigan blieb seltsam blass und ihre Abenteuer recht
vorhersehbar. Das auf dem Cover abgedruckte vollmundige Lob Marion Zimmer
Bradleys ("Grüner Reiter ist für die 90er Jahre das, was Tolkien für die 60er
war.") muss ein schlechter Witz sein und schadet dem Buch eher, als dass es ihm
nützt. Ich verlange nicht von jeder Fantasy-Geschichte die ultimative Innovation
und gänzlich unerwartete Wendungen, doch etwas weniger Vorhersehbarkeit und
dafür vielschichtiger Figuren hätten dem Buch sicherlich nicht geschadet.
Angesichts der meist
überschwänglichen Lobeshymnen aus den Reihen der Fantasy-Leser waren meine
Erwartungen an "Grüner Reiter" vielleicht auch ein wenig zu hoch geschraubt. Ich
war nicht nur von der viel zu lang geratenen Geschichte enttäuscht, auch der
Erzählstil kam mir oft holprig vor, denn viele Redewendungen bzw. Ausdrücke
wirkten auf mich unpassend oder einfach nur platt.
Fazit: Leichte Fantasy-Lektüre
- vielleicht etwas zu leichte - mit altbekannten Ideen und wenig Neuem, die mich
über weite Strecken nicht fesseln konnte.