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Carol Berg


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Transformation (3)
 


Teil 1, The Books of the Rai-Kirah
439 Seiten (TB), Roc Fantasy
Genre: Epische Fantasy

Bewertung (1-10):

"Ezzarian prophets say that the gods fight their battles within the souls of men
and that if the deities mislike the battleground,
they reshape it according to their will."

Inhalt:
Seyonne ist ein Mann, der auf seinen Tod wartet. Seit 16 Jahren ist er Sklave - fast die Hälfte seines Lebens - und hat alles verloren, was für ihn von Bedeutung war: Seine Würde, sein Volk und seine Heimat die er liebt. Außerdem auch die magische Kraft, die er benutzt hat, um seine Welt vor den Überfällen der Dämonen zu beschützen. Seyonne hat mit seinem Schicksal abgeschlossen.

Mit strikter Selbstdisziplin zwingt er sich dazu, nur für den Moment zu leben und den Schmerz, den Hoffnung oder Anteilnahme bewirken können, aus seinem Leben auszuschließen. Aber von dem Moment an, als er an den arroganten, rücksichtslosen Prinzen Aleksander, Thronerben des Königreichs von Derzhi, verkauft wird, beginnt Seyonnes Rest von Frieden zu bröckeln. Und als er auf dem Königshof einen Dämonen erspäht, findet er Hoffnung und Stärke an einem unerwarteten Platz.

Buchstaben-Salat-Rezension:
Transformation ist der erste Teil der Rai-Kirah-Reihe, der aber auch als Einzelband gelesen werden kann, da am Ende alle wichtigen Handlungsfäden aufgelöst werden. Für mich allerdings steht außer Frage, dass ich die Folgebände "Revelation" und "Restoration" schnellstmöglich verschlingen muss, denn Carol Berg ist für mich eine überraschende und äußerst erfreuliche Neuentdeckung auf dem Fantasy-Sektor.

Klare, ausdrucksstarke Sprache - soweit ich als deutschsprachige Leserin das bei einem englischen Buch beurteilen kann - und vor allem interessante Charaktere mit dem Sklaven Seyonne und seinem Herren, dem Prinzen Aleksander. Beide sind mehr, als sie auf den ersten Seiten zu sein scheinen und entwickeln sich im Laufe einer durchweg spannenden Geschichte mit einfallsreichen Wendungen ständig weiter (bzw. lassen neue Lebensaspekte zu Tage treten, denn bei Seyonne kann man nicht unbedingt von Weiterentwicklung sprechen, sondern das schon im Titel verwendete Wort "Transformation" trifft es schon ganz gut).

Ich persönlich mag Geschichten, die aus der Ich-Perspektive erzählt werden, denn man schaut dem Helden praktisch über die Schulter und bekommt seine inneren Kämpfe und Gedankengänge, aber auch Stärken und Schwächen ganz deutlich mit. Mit Seyonne schafft Berg einen Charakter, der sich in seinem Elend eine eigene Welt mit der abgeklärten Philosophie eines Sklaven, der nichts Gutes mehr vom Leben zu erwarten hofft, geschaffen hat. Der Leser versteht so viel besser, wie es ist, den Launen eines Herren ausgeliefert zu sein, aber auch, wie der Sklave Seyonne es schafft, in solch einer Lage 16 Jahre zu überleben und sich nicht vollkommen aufzugeben.

Aber die Geschichte geht ja noch weiter, denn Seyonne ist viel mehr als nur der Sklave. Seine Begegnung mit dem Kronprinzen Aleksander verändert alles und ist der Beginn einer spannenden und wendungsreichen Geschichte, die vor allem durch ein originelles Magiekonzept überzeugt.

Fazit: Ein äußerst viel versprechender Anfang einer Trilogie bzw. die Entdeckung einer interessanten neuen Autorin für mich, die mir hoffentlich noch viele spannende Stunden verschaffen wird (wenn denn der Postbote fix ist und die beiden Folgebände bald liefert *g*).

P.S.: Die Homepage der Autorin kann ich übrigens als ergänzende Lektüre nach jedem Band nur empfehlen, denn hier werden offene Fragen beantwortet und viel ergänzendes Material zu den drei Büchern angeboten.

Zur englischen Ausgabe:
Für Einsteiger eher ungeeignet, die Handlung ist relativ komplex und Berg neigt zu detaillierten Beschreibungen. Für geübte Englisch-Leser ist das Buch aber gerade deshalb empfehlenswert!

Besucherrezension von Marc, 23. Mai 2004

So, nun, nachdem ich von so vielen Seiten nur Gutes über die Autorin Carol Berg und ihrer Rai-Kirah-Serie gehört hatte, dachte ich, es wird Zeit, mir selbst ein Urteil darüber zu bilden. Dem Gedanken folgte dann auch die Handlung, und ich nahm mir das Buch Transformation“, dem ersten Band in der Rai-Kirah-Serie, vor.

Das Buch handelt, kurz zusammengefasst, um den gebrochenen Seyonne, der seit der Hälfte seines Lebens als Sklave in den Diensten der Derzhi steht, jenem Volk, das sein Land und Volk innerhalb von nur drei Tagen blutig erobert hatte. Seyonne ist der Erzähler der Geschichte, und er beginnt mit der Erzählung, wenn er von Aleksander, dem Prinzen und Erben des Derzhi-Reiches, als Schreibsklave gekauft wird.

Seyonne hat keinen Willen mehr, ein demütiger Sklave, der alles ohne Klagen über sich ergehen lässt, was ihm widerfährt. Seine Litanei Was kommt, kommt“ umreißt dies meiner Meinung sehr passend. Seine bisherigen Herren waren zumeist grausame Menschen und seine neuer Herr Aleksander macht da keine Ausnahme- so erscheint es dem Leser auf dem ersten Blick. Doch schon früh merkt der Leser, dass das Wesen Aleksanders doch nicht so einfach aufgebaut ist, wie dieser es nach außen zeigt.

Auch Seyonne ist mehr, als man an der Oberfläche anfangs vermuten mag. In seinem früheren Leben war Seyonne ein Wächter, der die Menschheit vor Wesenheiten, die im Buch Dämonen, oder auch Rai- Kirah genannt werden, beschützte, da diese zur Befriedigung ihrer dunklen Triebe die Seelen der Menschen besetzten. Doch mit dem alten Leben hat Seyonne abgeschlossen, da die Derzhi ihn all seiner alten Kräfte nach seiner Gefangennahme beraubt haben Das Leben von Seyonne als Schreibsklave in den Diensten des Prinzen Aleksander nimmt eine jähe Drehung um 180 Grad, als er am Hofe einer eben jener Dämonen entdeckt. Damit werden Ereignisse in Gang gesetzt, an deren Ende ein Kampf um die Rettung der Welt steht.

Soweit zum Inhalt.

Ich selbst muss sagen, dass ich mit gemischten Gefühlen an dieses Buch gegangen bin, da dieses Buch in der Ich- Form, aus der Sicht des Sklaven Seyonne geschrieben ist, und ich selbst nicht gerade ein Fan dieses Schreibstils bin. Doch ich bin eines Besseren belehrt worden: die Autorin hat damit eine gute Wahl getroffen, denn dadurch gehen einem als Leser die Schilderungen Seyonnes über sein Sklavenleben wirklich unter die Haut- jedenfalls ist es bei mir der Fall gewesen. Carol Berg schafft es mit wenig Brutalität und mit eher leisen Tönen eine solch’ bedrückende Atmosphäre am Hofe des Prinzen Aleksanders zu erzeugen, dass es mir wirklich manchmal kalt den Rücken herunter gelaufen ist.

Man fühlt jeden Tritt und Hieb, den Seyonne im Laufe der Erzählung erdulden muss, und ich war des Öfteren kurz davor, das Buch wegzulegen und nicht mehr weiter zu lesen, da ich das Leiden Seyonnes einfach nicht mehr ertragen konnte. Manchmal denke ich, es wäre besser gewesen, ich hätte es gemacht und nicht weiter gelesen, denn ab etwa der Hälfte nimmt das Buch einen Verlauf, den ich persönlich einfach schrecklich finde.

Nun geht es nicht mehr um das Leiden des gebrochenen Sklaven Seyonne und seine ambivalente Beziehung zu seinem Herrn Aleksander, sondern um den wiedererwachten Wächter Seyonne, der mir nichts dir nichts seine alten Kräfte wiedererlangt und nun mit einigen wenigen Getreuen die Welt vor dem Untergang retten soll. Wenn das nicht schon genug gewesen wäre: der Sieg kann nur dann errungen werden, wenn der kaltherzige Aleksander sich den Guten anschließt.

Hätte Carol Berg ihren anfänglichen Erzählfaden beibehalten und nicht diese End of Days“-Atmosphäre gegen Schluss des Buches eingebracht, wäre Transformation“ wahrlich ein Kleinod in der Fantasy-Literatur. Doch man muss der Autorin zu Gute halten, dass im ganzen Verlauf ihres Buches die Sprache nie in die Banalität abgleitet und somit das Buch sich dennoch über die große Masse der Fantasy abhebt.

Drei-Minuten-Rezension von hummel, 2. März 2005
Rezensiert wurde die englische Paperback-Ausgabe.
 
Aufmachung: Durchschnittliche Bindung, normaler Buchrücken. Man sieht dem Buch hinterher an, dass es gelesen wurde. Normales Papier. Durchschnittliche Papierstärke. Das Cover ist geschmacklos oder kitschig. Das Cover ist ein Blickfang. Normales Schriftbild. Weder zu kleine, noch zu große Schriftgröße.
Passt Cover zum Inhalt: Ja. Im Stil des Genres, lässt Platteres vermuten, Buch ist besser.
Erzählperspektive: Ich-Perspektive, erlebend (der Ich-Erzähler erlebt die Geschichte).
Einstieg in die Geschichte: Geheimnisvoll. Reizt zum Weiterlesen. Spannend, originell, interessant. Der Autor hat sich Mühe gegeben, den Einstieg zu erleichtern. Komplexe Welt, gelungener Einstieg über nachvollziehbare Situation der Hauptperson.
Plot: Wow-Effekt. Viele unerwartete Wendungen. Fesselnde Erzählung ohne billige Effekthascherei.
Figuren: Vielschichtig und interessant. Nachvollziehbar in ihren Motiven. Obwohl eine starke Struktur/Hierarchie gegeben ist, treten alle Hautpersonen durch klassenuntypisches Verhalten hervor.
Setting: Realistisch und lebensecht. Man kann sich alles sehr gut vorstellen. Verrückt, aber glaubwürdig. Auch wenn nicht alles realistisch wirkt, nimmt man die Utopie doch ab. Umgebung ist ausgeschmückt, tritt gegen Handlung aber auch dezent in den Hintergrund.
Lesefluss: Abwechslungsreich. Man kann das Buch kaum aus der Hand legen.
Sprache: Präzise und treffend. Man kann sich alle Schauplätze gut vorstellen. Originell und ungewöhnlich. Viele Eigenwort-Kreationen des Autors.
Zusatzmaterial: nicht vorhanden
Stärken: Plot (Geschichte), Charakterzeichnung
Schwächen: keine
Sprachliche Schwierigkeit der engl. Ausgabe: Mittelschwer. Ein wenig Erfahrung im Lesen englischer Literatur sollte man mitbringen.
Fazit: Empfehlenswert, auch für Nicht-Fantasy-Leser.
 

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