Buchstaben-Salat-Rezension:
Der dritte Teil der Bridge of D'Arnath spielt rund vier Jahre nach
den Ereignissen von "Guardians
of the Keep". D'Nathiel/Kharon wird vollkommen von seinen
Aufgaben als Prinz von Avonar und dem Krieg gegen die Zhev'Na
eingenommen und kann seine Frau Seri und den gemeinsamen Sohn Gerick
in der "normalen" Welt nur in großen zeitlichen Abständen besuchen.
Als ein elementarer Plan im Kampf gegen die Zhid durch die
vermeintliche Schuld Gericks undurchführbar wird, ist der Prinz
davon überzeugt, dass sein Sohn immer noch unter der Kontrolle der
Lords von Zhev'Na steht und sieht keinen anderen Ausweg, als seinen
Sohn zu töten.
Insgesamt hat mir "The Soul Weaver"
zwar gut, aber am wenigsten von allen bisher erschienenen drei
Teilen gefallen. Dazu war die Geschichte stellenweise zu langatmig,
einige Ideen kamen mir bekannt und wie recycelt aus den
Vorgängerbänden bzw. Bergs anderer Serie "The
Books of the Rai-Kirah" vor. Und die Regel, dass Bergs Ideen und
Konzepte von Buch zu Buch verrückter und abstrakter werden, hat sich
auch in "The Soul Weaver" bestätigt. Hinzu kommt Gericks und
D'Nathiel/Kharons Art, niemanden in ihre Pläne und Beweggründe bzw.
Sorgen und Nöte einzuweihen, was meine Geduld zusätzlich strapaziert
hat. Fast künstlich kamen mir teilweise aus diesen Charakterzügen
entstandene Probleme vor, die ein offenes Gespräch möglicherweise
hätte lösen oder zumindest schmälern können.
Doch es gab auch Lichtblicke in
diesem dritten Teil: Die Figur des Ven'Dar war mir sofort
sympathisch und stellte einen wohltuenden Gegenpol zum immer
düsterer erscheinenden Prinzen von Avonar dar. Hier kommt Bergs
Talent, mitreißende und begeisternde Figuren aus dem Nichts zu
erschaffen, wieder einmal voll zur Geltung. Eine weitere schöne
Szene ist ihr gegen Ende des Buches mit einem Reinigungsritual
gelungen, das mich ein wenig an eine ähnliche Szene in
"Transformation" erinnerte.
Fazit: "The Soul Weaver" fällt zwar
qualitativ gegenüber den Vorgängerbänden ab, ist aber immer noch ein
sehr gutes Fantasy-Buch mit zwar ziemlich abstrusen Ideen, die aber
(wie gewohnt) nachvollziehbar und logisch von Berg vor ihren Lesern
ausgebreitet werden. Das Ende erscheint relativ abgerundet und hätte
meiner Meinung nach - mit einigen wenigen Ergänzungen - einen
befriedigenden Abschluss für die Reihe bilden können. Berg schiebt
noch einen Band nach, doch ich bin recht skeptisch, ob überhaupt
noch ausreichend Material für eine weitere spannende und nicht allzu
konstruiert wirkende Handlung übrig geblieben ist. Wir werden es
sehen - im September 2005...