Buchstaben-Salat-Rezension:
Bei der Bewertung dieses Buches war ich hin- und hergerissen: Sicherlich hätte
es eine bessere Wertung verdient, wenn ich nicht bereits die Trilogie "The Books
of the Rai-Kirah" von Carol Berg gelesen hätte. Vieles in "Song of the Beast"
erinnert an Handlungselemente dieser wirklich tollen Bücher, mit dem
Unterschied, dass hier die Ideen noch ein wenig unausgereift erscheinen. Ich
hatte stark den Eindruck, dass Berg den guten Ansatz, den sie mit Song of the
Beast geschaffen hat, in Transformation & Co. perfektioniert und ausgearbeitet
hat. Schon allein deswegen kann dieses Buch bei mir nicht besser abschneiden.
Beim Lesen von Song of the Beast wird schnell
klar, dass die Autorin anscheinend eine Vorliebe dafür hat, gebrochene Personen
zu zeichnen und den Leser daran teilnehmen zu lassen, wie diese sich langsam
wieder einen Platz im Leben erkämpfen und - zumindest teilweise - ihre
Vergangenheit hinter sich lassen. Doch die Figur des Aidan ließ mich nie so nah
an sich heran wie (und hier muss ich leider schon wieder den Vergleich zur o.g.
Trilogie ziehen) Seyonne.
Davon abgesehen gelingt es
Berg dennoch, mich mit ihrer Geschichte in den Bann zu ziehen, ganz gleich, wie
ich mit ihrem Protagonisten zurecht kam. Auch liegt ihr Fokus nicht nur auf
Aidan, sondern von Zeit zu Zeit lässt sie den Leser an der Perspektive einer
anderen Figur teilnehmen, indem einige Kapitel aus der Ich-Perspektive dieser
Person beschrieben werden. So erleben wir beispielsweise Aidan aus dem
Blickwinkel einer anderen Person, was meiner Meinung nach die
Charakterdarstellung wesentlich unterstützt. Ein Stilmittel, dass mir schon bei George Martins
Lied von Eis und Feuer gut gefallen hat, auch wenn die zentralen Figuren hier
meist nicht miteinander konfrontiert werden.
Die Welt und Völker, die Berg in Song of the
Beast erschaffen hat, sind wie gewohnt klar, intelligent und einfallsreich
gezeichnet. Besonders gut gefallen hat mir ihr Konzept um die für die Geschichte
sehr wichtigen Drachen. Sie sind - obwohl mächtige, Furcht einflößende Tiere -
von den Menschen versklavt und werden eingesetzt, um die Kriege ihrer Besitzer zu
führen. Natürlich steckt viel mehr hinter den Drachen, doch es ist an Aidan,
dies herauszufinden...
Bergs sprachlicher Stil macht
wie immer viel Spaß zu lesen, wenn er auch etwas anspruchsvoll und für
Einsteiger (das Buch ist bisher nur auf englisch erschienen) die Sache nicht
gerade leicht macht. Alles in allem
ein empfehlenswertes Buch, das allerdings im Vergleich zu anderen Geschichten der
Autorin etwas abfällt.