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Carol Berg


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Guardians of the Keep   (3)
 


Teil 2, The Bridge of D'Arnath
544 Seiten (TB), Roc Fantasy
Genre: Epische Fantasy

Bewertung (1-10):


 

"Surely I am the sorriest of madmen. These hands...
They are not the hands that lifted the wine goblet to my father on the day
he became the Lord of Avonar, my Avonar of the mundane world,
the Avonar that is no more."

Inhalt:
Während Seri darauf wartet, dass der Prinz von Avonar sein Gedächtnis zurück gewinnt, kümmert sie sich - gemäß der Bitte ihres sterbenden Bruders - um dessen Sohn. Ihr zehnjähriger Neffe Gerick lebt isoliert auf dem Familiensitz Comigor und zeigt unerklärliche Furcht und Wut gegenüber seiner Tante. Unbeirrt versucht Seri die Zuneigung des kleinen Jungen zu gewinnen, doch ohne Erfolg. Nach einem seltsamen Mord auf Comigor ist Gerick plötzlich verschwunden und Seri begibt sich auf eine gefährliche Reise. Zeitgleich versucht der Magier Dassine, dem Prinzen von Avonar sein Gedächtnis wieder zu geben, doch der Prozess wird durch einen furchtbaren Zwischenfall unterbrochen...

Buchstaben-Salat-Rezension:
War "Son of Avonar" (Teil 1 der Reihe) noch komplex, wird "Guardians of the Keep" noch komplexer. Würde ich die Geschichte um Seri und den Prinzen von Avonar in einigen Sätzen zusammen fassen müssen, ich würde wohl scheitern, so viele Ereignisse, Wendungen und Offenbarungen hat Carol Berg in die bisherige Handlung eingebaut. Doch davon sollte man sich keinesfalls abschrecken lassen - die Autorin nimmt ihre Leser praktisch an die Hand und führt sie durch das Gewirr an fremdartigen Welten, Wesen und Gebräuchen. So kommt einem nichts mehr unlogisch oder absurd vor, man muss sich nur einlassen auf das bemerkenswerte Phantasiegebäude, das die Autorin in eigentlich all ihren Büchern konstruiert.

Auch "Guardians of the Keeps" großer Pluspunkt ist die Entwicklung der mittlerweile lieb gewonnenen Helden. Die Handlung schließt fast unmittelbar an das Ende des ersten Bandes an, als Seri einige Zeit auf dem Familiensitz Comigor verbringt und ihren Neffen Gerick kennen lernt. Von der Hektik des "großen Finales" des letzten Bandes ist erst einmal nichts mehr zu spüren, vielmehr konzentriert Berg ihr Augenmerk auf einen kleinen Jungen, dessen Ängste und Wut ihn zu einem wirklich seltsamen Zeitgenossen werden lassen. Doch Seri lässt sich davon nicht abschrecken, sie versucht zu erforschen, was für ein Kind hinter der steifen Hülle verborgen ist - und wer Berg kennt weiß, kann sich denken, dass dieser Annäherungsprozess zwischen Neffe und Tante auf ganz einfühlsame und berührende Weise geschrieben wurde.

Nach dem eher ruhigen Einstieg überschlagen sich die Ereignisse bald und Seri steckt schnell wieder mitten im Gefühlschaos gegenüber D'Natheil und neuen Ängsten um ihren mittlerweile verschwundenen Neffen. Wir verlassen Comigor und lernen nicht nur das Volk des Prinzen, die Dar'Nethi, sondern auch deren Todfeinde, die seelenlosen Zhid näher kennen. Anders als im letzten Band habe ich diesmal keine Längen feststellen können, was vielleicht auch daran lag, dass die Autorin die Handlung diesmal nicht nur aus der Perspektive Seris, sondern - immer nach einigen Kapiteln wechselnd - auch einiger anderer Protagonisten schildert.

Alles in allem hat Carol Berg wieder einmal bestätigt, dass sie sich deutlich von einem Großteil der üblichen Fantasyliteratur abhebt. Wer anspruchsvolle, bewegende Geschichten zum Eintauchen und Staunen mag und außerdem bereit ist, sich auf ungewöhnliche Konzepte einzulassen, ist mit diesem, wie auch den anderen Büchern Carol Bergs, bestens bedient.  

Zur englischen Ausgabe:
Für Einsteiger eher ungeeignet, die Handlung ist relativ komplex und Berg neigt zu detaillierten Beschreibungen. Für geübte Englisch-Leser ist das Buch aber gerade deshalb empfehlenswert!

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