Buchstaben-Salat-Rezension:
Im dritten Teil der Saga der Sieben Sonnen lässt Kevin Anderson weder in Punkto
Spannung noch in Einfallsreichtum nach. Von einigen lieb gewonnenen Charakteren
musste man sich leider im Laufe der letzten Bände verabschieden, doch wurden sie
von mal mehr, teilweise auch weniger interessanten Figuren ersetzt. Die Hohe
"Fluktuation" ist sicherlich nicht jedermanns Sache und bei Charakteren wie dem
Ingenieur Sullivan Gold oder dem Wissenschaftler Howard Palawu hatte ich fast
den Eindruck, ihr einziger Daseinsgrund ist es, die Löcher der verstorbenen oder
verschwundenen Protagonisten zu stopfen.
Anderson jongliert weiterhin
meisterlich mit vielen, vielen Handlungsfäden - fast mag einem Bange werden, er
werde die Saga nicht zu einem zufrieden stellenden Ende führen können. Aber
dafür hat er ja zum Glück noch drei Bände Zeit. Je mehr sich "Sonnenstürme"
seinem Ende zuneigt, desto verrückter werden auch die Ideen des Autoren. Auch
wenn mich gerade das letzte Kapitel etwas verwirrt zurück gelassen hat, bin ich
doch gespannt darauf, wie Anderson diesen dort entstandenen, neuen und
unerwarteten Faden in die Saga integriert. Arm an Überraschungen ist er
jedenfalls nicht!
Zu
kritisieren wären an "Sonnenstürme" allerdings die vielen Rekapitulationen von
Handlungen aus früheren Bänden. Wozu ist dem Buch eigentlich eine detaillierte
Zusammenfassung der wichtigsten Geschehnisse voran gestellt, wenn man doch in
vielen Kapiteln die Vergangenheit erneut vorgekaut bekommt? Gerade für Leser,
die die Bücher kurz hintereinander weg lesen, wird dies bald zur Geduldsprobe.
Dafür einen Punkt Abzug.
Ansonsten bleibt mir nichts mehr übrig, als mich
zu wiederholen: Anderson hat es mit seiner mitreißenden Saga geschafft, mir das
Science-Fiction-Genre näher zu bringen und mich neugierig zu machen auf die vielen,
von mir noch unentdeckten Bücher. Was bleibt mir auch anderes übrig als mich
anderweitig umzuschauen, wenn der nächste Teil der Saga erst in einem Jahr
erscheint?