Buchstaben-Salat-Rezension:
"Das Imperium" legt den Grundstein für die auf insgesamt sechs Bände angelegte
Saga der sieben Sonnen. Kapitelweise werden die wichtigsten Charaktere
vorgestellt und ihre Sichtweise - ähnlich dem Stil von Fantasy-Autor George R.R.
Martin - geschildert. Dabei treten sowohl menschliche, als auch ildiranische
Figuren auf die Bühne dieser flott geschriebenen Space-Opera und selbst Roboter
bekommen ihren Auftritt.
Man merkt, dass Anderson sich
in diesem ersten Band viel Zeit nimmt, um den Leser mit Welten, Technik und
Protagonisten seiner Saga vertraut zu machen. Glücklicherweise sind die meisten
seiner Figuren interessant und mit einigen originellen Ideen verbunden -
beispielsweise die Welt von Theroc, auf der Grüne Priester über die Weltenbäume
in der Lage sind, miteinander zu kommunizieren und über dieses natürliche
Netzwerk selbst Priester auf entlegenen Welten der Galaxie erreichen können,
zumindest solange diese einen Ableger der Weltenbäume dabei haben.
Das menschliche Imperium teilt
sich auf in die Terran Hansa unter der Führung des skrupellosen Chairman
Wenceslas, der König Frederick eher als Marionettte, denn als eigenständig
handelnden Souvereign behandelt. Eine abgespaltene Gruppe der menschlichen
Zivilisation stellen die Roamer dar, die nomadenartig durch den Weltraum ziehen
und sowohl Menschen, als auch Ildiraner mit dem wertvollen Treibstoff Ekti
versorgen. Die Ildiraner schließlich sind eine in Kasten lebende Zivilisation,
die unter der Herrschaft des Mage Imperators leben, der mit allen seinen Bürgern
auf telephatischem Wege verbunden ist.
Die Kapitel des Buches sind
relativ kurz und ein wenig stört dies auch den Lesefluss. Doch gleich einer
TV-Seifenoper zappt man sich durch die Geschichte, nimmt hier und da ein
Handlungshäppchen auf und wird doch satt. So erging es zumindest mir und ich
konnte mich wirklich kaum vom Buch lösen. Erfahrene Science-Fiction-Leser werden
der Geschichte vielleicht genau diese Sprungshaftigkeit vorwerfen, doch mir
erleichtert die Dominanz der Charaktere und weniger der Technik den Einstieg in
die Welt der Science Fiction.
Alles in allem ein höchst unterhaltsamer
Science-Fiction-Roman mit vielen liebens- und hassenswerten Figuren, deren
Schicksal zu verfolgen großen Spaß macht.